Aktien Leerverkauf einfach erklärt - nextmarkets Wissen

Zuletzt aktualisiert: 23.01.2020
Martin Goersch
Autor:
Martin Goersch
Ratgeber
CFD & Trading
Erfahrung
> 10 Jahre

Beim Leerverkauf bzw. Short Selling verkauft ein Anleger Wertpapiere über die Börse, obwohl diese sich zum Zeitpunkt des Verkaufs noch gar nicht in seinem Besitz befinden. Der Verkäufer kann mit dieser Strategie überdurchschnittliche Renditen von fallenden Kursen erzielen. Im Gegensatz zum Optionsgeschäft mit einem festen Termin ist ein Aktien Leerverkauf ein sehr kurzfristiges Geschäft. Die Wertpapiere müssen nach relativ kurzer Zeit nachgeliefert werden. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, was beim Short Selling zu beachten ist.

Was bedeutet Leerverkauf bei Aktien?

Ein Leerverkauf bei Aktien stellt die Veräußerung eines Vermögenswertes dar, den Sie als Anleger zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht besitzen, in der Hoffnung, dass dieser im Wert sinken wird und der Handel mit einem Gewinn abgeschlossen werden kann.

Die Art des Handelns wird auch als „Shorten“ bezeichnet. Die sogenannten Short Seller verwenden die Handelsstrategie entweder als Hedging Strategie oder zur Spekulation. In letzterem Fall hoffen sie darauf, dass ihnen fallende Kurse möglichst hohe Gewinne einbringen. Es ist möglich, Short Selling Strategien von einem Broker umsetzen zu lassen. Dies kann sich jedoch als problematisch erweisen, nämlich dann, wenn dieser nicht gewillt ist, Aktien an den Anleger zu leihen. Deshalb gilt der Handel derivativer Produkte, wie zum Beispiel Differenzkontrakte (CFDs), häufig als eine der gefragtesten und gängigsten Short Selling Methoden.

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Leerverkauf Aktien Beispiel

Zum besseren Verständnis ein Leerverkauf Aktien Beispiel: Die Aktie eines Unternehmens wird aktuell zu einem Wert von 70 Euro gehandelt. Sie sind jedoch der Meinung, dass der Wert sinken wird. Sie wollen die Aktien online verkaufen (short). Von Ihrem Broker leihen Sie sich hierzu 100 Aktien des Unternehmens und veräußern sie auf dem offenen Markt. In der kommenden Woche sinkt der Aktienwert um 40 Euro. Sie verkaufen Ihre Short-Position und kaufen 100 Unternehmensaktien für 40 Euro zurück.

Dann ermitteln Sie die Differenz zwischen dem Preis, der zum Zeitpunkt des Ausleihens galt (70 Euro x 100 = 7.000 Euro), und dem Aktien-Rückkaufswert (40 Euro x 100 = 4.000 Euro). Der Gewinn beläuft sich auf 3.000 Euro (Broker-Entgelt noch nicht berücksichtigt). Wenn Sie jedoch falsch liegen, sind Sie einem potenziell hohen Risiko ausgesetzt. Der Broker kann die geliehenen Aktien jederzeit zurückfordern und Sie müssten bei einem Verlust die Position schließen.

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Leerverkauf Aktien Deutschland: Ungedeckte Leerverkäufe sind verboten

Es lassen sich auch mit einem Aktien Leerverkauf in Deutschland Gewinne erzielen. Dabei sind jedoch die staatlichen Einschränkungen zu beachten. Seit 2010 sind ungedeckte Leerverkäufe nach Paragraph 30 des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) verboten. Bei einem ungedeckten Leerverkauf ist ein Verkäufer nicht im Besitz des Basiswertes und er hat sich den Basiswert auch nicht geliehen. Diese Art der Leerverkäufe kann sich stark auf die Kurse auswirken.

So kann ein Aktienhändler durch ungedeckte Leerverkäufe zum Beispiel Aktien auf den Markt bringen, die in der jeweiligen Menge gar nicht existieren. Ungedeckte Leerverkäufe können umgesetzt werden, weil die Frist zur Lieferung der Papiere mehrere Tage beträgt. In Deutschland sind ungedeckte Leerverkäufe jedoch verboten. Werden hingegen Leerverkäufe gedeckt getätigt, leihen sich die Anleger Aktien oder andere Werte für einen bestimmten Zeitraum von Wertpapierbesitzern oder Aktienbrokern. Diese Wertpapiere verkaufen sie auf dem offenen Markt.

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Die Vorteile des Leerverkaufs im Überblick

Anleger betrachten den Handel an der Börse oft als klassischen Aktienhandel (Aktienhandel lernen), also als „Long“-Investments. Häufig vergessen sie, dass es auch noch eine andere Richtung gibt – „Short“. Aktien und weitere Basiswerte können in beide Richtungen gehandelt werden. Sie können zum Beispiel auch die Kryptowährung Bitcoin shorten, und somit bei einem sinkenden Bitcoin-Kurs Gewinne erzielen.

Ein Aktien Leerverkauf bietet aber noch weitere Vorteile: Mit dem Short Selling erhalten Trader Zugang zu Finanzinstrumenten, die sie ansonsten nicht nutzen könnten, wie beispielsweise den DAX Realtime Index. Wenn sie von dem Verfall des Werts eines Finanzinstruments profitieren wollen, ist dies möglich, ohne es zu besitzen. Es ist nicht notwendig, „echte“ Instrumente zu kaufen, wodurch sich das Risiko des Traders minimiert. Bei einem Leerverkauf kann die eigene Investition mit diversen Market Orders, Stop-Loss (s. Stop Loss und Take Profit Strategie) und weiteren Funktionen kontrolliert werden. Bei Leerverkäufen können außerdem Hebel genutzt und Positionen eröffnet werden, die größer sind als das Eigenkapital.

Fakten-Check

Leerverkäufe können mit Devisen, Waren, Derivaten und Aktien im Kassageschäft und im Termingeschäft vollzogen werden. Der Leerverkäufer leiht sich in beiden Fällen Aktien von einem Makler und verkauft ihm diese später wieder. Er erhält dadurch eine „Short Position“.

  • Der Leerverkäufer hofft beim Leerverkauf auf einen gesunkenen Börsenkurs.
  • Der Gewinn ergibt sich aus dem Verkaufspreis und dem Kaufpreis der geliehenen Aktien, abzüglich der Leihgebühren.
  • Leerverkäufe sind im Kassageschäft und im Termingeschäft möglich.
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Aktien Leerverkauf Erklärung: Wie kann der Leerverkauf von Aktien funktionieren?

Der Leerverkauf von Aktien funktioniert nur, weil der Verkauf einer Aktie nicht zu einer unmittelbaren Lieferung der Wertpapiere (Was sind Wertpapiere?) verpflichtet. Zu welchem Zeitpunkt die Aktie geliefert werden muss, hängt von der jeweilige Börse ab. An der London Stock Exchange liegt der Liefertermin fünf Tage nach Verkauf, an der Frankfurter Wertpapierbörse sind es drei Tage.

Der Leerverkäufer spekuliert auf sinkende Börsenkurse. Er veräußert die Aktien zu einem bestimmten Zeitpunkt. Gleichermaßen verpflichtet er sich, die Wertpapiere innerhalb eines gewissen Zeitfensters nachzuliefern. Wenn der Aktienwert sinkt, löst er den vereinbarten Verkaufspreis ein und kann die Wertpapiere zur Lieferung am Markt preisgünstiger einkaufen. Sollte der Kurs der Aktie jedoch steigen, macht der Verkäufer Verluste, weil er die Wertpapiere teurer am Markt wieder einkaufen muss. Diese Art des Handels ist sehr spekulativ. Es gibt keine Garantie.

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Leerverkauf von Aktien: Gesetzliche Grundlage für Leerverkäufe

Für den Aktien Leerverkauf gibt es eine gesetzliche Grundlage. Zwar wird der Leerverkauf oft als „Wette“ auf Aktienkurse betrachtet, gesetzlich handelt es sich aber nicht um ein Spiel. Dennoch gibt es in keinem Gesetz eine exakte Definition der Vorgehensweise bei Leerverkäufen.

In Deutschland sind Leerverkäufe nach dem Zivilrecht über das Kaufvertragsrecht gedeckt. Nach dem Gesetz können Kaufverträge abgeschlossen werden, auch wenn der Käufer den Kauf erst zu einem späteren Zeitpunkt wirklich umsetzen darf. Das BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) entbindet ihn hierbei aber nicht von der Pflicht zum Kauf, wenn er die Bedingungen nicht erfüllen kann. Eine weitere Aktien Leerverkauf Erklärung: Leerverkäufe werden generell als Börsen-Termingeschäfte eingestuft, weil bei dieser Art den Aktienhandels das klassische Marktpreisrisiko für Termingeschäfte vorliegt. Kapitalanlagegesellschaften dürfen gemäß Paragraph 59 Investmentgesetz keine Leerverkäufe vornehmen, da die Wertpapiere zum Zeitpunkt des Verkaufs zum Sondervermögen der Firma zählen müssen. Dies ist bei einem Leerverkauf nicht der Fall.

Leerverkauf Aktien: Welche Risiken gibt es?

Short Selling bzw. Aktien Leerverkauf kann für Trader eine rentable Trading Strategie darstellen, jedoch ist diese ebenso risikoreich wie spekulativ. In den normalen Börsenzeiten (Wann öffnet die Börse?) ist das Risiko etwas geringer als 1:1, weil die Kurse hier zumeist volatiler fallen als steigen. Wenn ein Verkäufer also von einem volatil fallenden Kurs ausgeht, steht häufig die weniger volatil erfolgende Aufwärtsbewegung dagegen.

Das größte Leerverkauf Aktien Risiko ist der sogenannte „Short Squeeze“: Falls am Markt zum Zeitpunkt der Lieferung eine Knappheit bei den gewünschten Wertpapieren auftritt, ist der Leerverkäufer gezwungen, Wertpapiere teuer zurückzukaufen. Theoretisch ist in dem Fall auch das Verlustrisiko gehebelt.

Im Oktober 2008 ließ ein solcher Short Squeeze die Aktie von Volkswagen praktisch explodieren. An der Börse waren nur noch wenige Aktien verfügbar. Die Leerverkäufer – zumeist Hedgefonds – (Fonds Definition), die auf fallende Kurse gesetzt hatten, mussten die verkauften Aktien „zu jedem Preis“ nachliefern.

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Short Selling: Zweck und Abwicklung

Kommen wir noch einmal auf die Frage „Was bedeutet Leerverkauf bei Aktien?“ zurück. Zunächst sind Leerverkäufe Wertpapiergeschäfte. Diese profitieren von fallenden Aktien. Der Zweck eines Leerverkaufs ist also die Gewinnoptimierung eines Depots. Gleichermaßen können Leerverkäufe als Short-Position andere Börsengeschäfte oder Termingeschäfte absichern. Privatinvestoren verwenden Leerverkäufe auch aus zwei Interessen heraus. Zum einen können sie ihnen höhere Gewinne einbringen. Zum anderen können die Leerverkäufe das eigene Aktienportfolio absichern.

Auch Hedgefonds nutzen Leerverkäufe zur Absicherung ihrer Spekulationen. Die Leerverkäufe erfüllen in diesem Zusammenhang den wortwörtlichen Zweck dieser Fonds (deutsch: absichern, englisch: to hedge). Die Abwicklung kann über verschiedene Akteure laufen. Zunächst kann ein Aktien Leerverkauf in Form von Differenzkontrakten (Was ist CFDs?) durchgeführt werden. Wenn ein Börsenmakler für einen Leerverkauf beansprucht wird, kauft oder verkauft dieser Aktien im Auftrag des Kunden. Zuletzt können für die Platzierung von Leerverkäufen auch Broker eingesetzt werden.

Leerverkauf Aktien am Dividenden-Stichtag

Einige Trader versuchen, einen Aktien Leerverkauf am Dividenden-Stichtag umzusetzen. Sie glauben, dass die Aktie eines Unternehmen am Tag der Auszahlung der Dividende (Dividende Definition) an Wert verlieren wird. Die Aktie wird dann im Normalfall abzüglich der gezahlten Dividende je Aktie gelistet. Somit scheint eine „Wette“ auf einen sinkenden Kurs hier sicher aufzugehen.

Eine Aktionärsversammlung kann neben der Dividendenzahlung aber auch positive Unternehmensnews bringen. Diese können wiederum für einen kräftigen Kursanstieg sorgen, der über die abgezogene Dividende hinausgeht. Der Leerverkäufe würde in dem Fall sogar einen Verlust einfahren. Die Strategie, mit einem Aktien Leerverkauf auf den Dividendenstichtag zu setzen, ist aus diesem Grund nicht ratsam.

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Leerverkauf von Aktien: Welchen Einfluss haben Leerverkäufe auf den Markt?

In welchem Maße der Markt durch Leerverkäufe beeinflusst wird, ist unter Experten umstritten. Einige sehen keinerlei Auswirkung auf den Markt. Kritiker sind wiederum der Meinung, dass Leerverkäufer gezielt versuchen würden, die Kurse der von ihnen short gehaltenen Positionen zu drücken, um ihre Gewinne zu maximieren. Allerdings weiß jeder erfahrene Anleger, dass er nicht über Nacht mit Aktien reich werden kann.

Einige Kritiker meinen aber auch, dass große Investoren gezielt Falschmeldungen über Aktiengesellschaften streuen, damit es zu einem Absinken des Aktienkurses kommt. Für andere Experten sind Short Positionen wiederum auf dem Markt wichtige Korrektive. Der Grund: Sie können Kursexzesse nach oben abwenden.

Hinweis: In Deutschland sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen Aktien Leerverkauf gemäß Paragraph 433 Absatz 1 Satz 1 gegeben. Allerdings erlaubt das deutsche Recht nicht die Spekulation in Form von ungedeckten Leerverkäufen. Möglich ist ein Leerverkauf nur, wenn der Leerverkäufer die Wertpapiere zuvor geliehen hat.

Schon gewusst?

Klassischerweise gehören große Renten- oder Pensionsfonds zu den Verleihern bei Aktien Leerverkäufen. Von den Leerverkäufern erhalten sie dafür ein Entgelt. Die Gruppe der Leerverkäufer teilt sich zumeist in folgende Marktteilnehmer auf:

  • Große Institutionen, die Leerverkäufe nutzen, um andere Börsengeschäfte glattzustellen.
  • Hedgefonds, die Leerverkäufe nutzen, um möglichst hohe Gewinne zu erzielen.
  • Privatinvestoren, die Leerverkäufe über Broker platzieren bzw. an diesen partizipieren. Sie nutzen sie zur Gewinnoptimierung und um ihr Verlustrisiko zu minimieren.
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Warum kann Short Selling für Trader interessant sein?

Bei einem Aktien Leerverkauf handelt es sich, wie Sie bereits erfahren haben, nicht um eine wilde Spekulation. Es kommt vor, dass sich am Markt eine übergeordnete Abwärtsbewegung abzeichnet, wie es zum Beispiel in der Zeit des Bärenmarktes (Unterschied Bullisch / Bärisch) von 2000 bis 2002 der Fall war.

Anleger können an einem solch langfristigen Abwärtstrend durch „Shorten“ zum Teil gute Gewinne erzielen. Auch der Zeitraum bis zur Rückgabe der Wertpapiere, und somit die Chance auf einen guten Rückkaufkurs, ist hierbei größer. Selbst wenn der Markt stark in Bewegung ist und die nächste Korrektur naht, so lässt sich mit Short Selling aus dieser Situation Gewinn schlagen.

Auch wenn die Tendenz des Gesamtmarktes nach oben geht, ist es möglich, an einzelnen Basiswerten zu verdienen, die entgegen dem Trend schwächeln. Darüber hinaus können Anleger ihre Depots sogar mit Leerverkäufen absichern. Leerverkaufte Aktien federn den Sturz eines Kurses etwas ab oder können ihn sogar ausgleichen.

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Leerverkauf Aktien: Die Short Sales und ihr kritischer Ruf

Leerverkäufe haben in der Finanzwelt noch immer einen zweifelhaften Ruf. Ihnen wird nachgesagt, dass sie Kursstürze verursachen, wenn große Investoren „short“ gehen. In diesem Fall veräußern vorsichtige Anleger häufig vorsichtshalber ihre Wertpapiere.

Allerdings können die Leerverkäufe für den Markt auch nützlich sein. So helfen Short-Sales zum Beispiel, spekulative Übertreibungen zu bremsen. Kommt es zu einem Boom der Kurse und es droht eine Blasenbildung, so können die „Wetten“ der Investoren auf fallende Kurse dazu beitragen, dass aus der sich bildenden Spekulationsblase sprichwörtlich etwas Luft abgelassen wird. Dennoch sei noch einmal erwähnt, dass es sich beim Short Selling um eine riskante Strategie handeln kann. Denn theoretisch kann der Wert eines Assets unbegrenzt steigen.

Hebelprodukte können das Risiko sowie Verluste weiter erhöhen, wenn es zu einem Wertanstieg kommt. Deshalb ist ein gutes Risikomanagement essenziell. Hilfreich ist auch die Nutzung von Werkzeugen, wie zum Beispiel „Garantierter Stop“.

Leerverkauf Aktien: Als Kassageschäft oder Termingeschäft möglich

Ein Aktien Leerverkauf ist zunächst als Kassageschäft möglich. Wird er in dieser Form ausgeführt, unterscheidet er sich in Bezug auf den Kaufabschluss bzw. die Abwicklung nicht von einem herkömmlichen Verkauf.

Der Leerverkäufer muss in diesem Fall den veräußerten Wert innerhalb einer kurzen Frist liefern. Der Verkäufer muss sich die Wertpapiere leihen, um innerhalb der Frist liefern zu können. Leerverkäufe sind ferner als Termingeschäfte möglich. In diesem Fall muss der Leerverkäufer erst zu einem vorher festgelegten Termin in der Zukunft liefern. Bei der Ausführung eines Leerverkaufs als Termingeschäft hat er also mehr Zeit, sich mit dem notwendigen Kapital auszustatten.

Beispiel klassischer Leerverkauf: Ein Short-Seller verkauft 1.000 Aktien eines Unternehmens über die Börse zu einem Kurs von 100 Euro. Die Lieferung muss erst drei Tage später erfolgen. Wenn der Kurs der Wertpapiere zwischen dem Verkauf und dem Liefertermin auf 90 Euro sinkt, kann er (vor Finanzierungs- und Transaktionskosten) 10.000 Euro Gewinn erzielen.

 

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Die Geschichte der Leerverkäufe

Der Ursprung der Leerverkäufe reicht bis in das Jahr 1602 zurück. Ein holländischer Händler namens Issac Le Maire hatte zum damaligen Zeitpunkt in eine Handelsgesellschaft investiert und Anteile am Unternehmen erworben. Aufgrund wirtschaftlicher und politischer Zwänge war das Unternehmen sieben Jahre später nicht dazu in der Lage, Dividenden auszuschütten.

Le Maire beschloss darauf hin, mehr Anteile an der Gesellschaft zu veräußern, als er eigentlich besaß. Er wollte damit den Dividenden-Ausfall ausgleichen. Dies war in der Geschichte der erste Aktien Leerverkauf. Leerverkäufe blieben anschließend an den Börsen verboten. Dennoch setzte sich diese Art der Aktienspekulation langfristig durch. Einen großen Einschnitt musste der Handel mit Leerverkäufen gegen Ende der 1920er-Jahre im Zuge der Weltwirtschaftskrise verzeichnen.

Leerverkäufe auf fallende Kurse wurden in den USA verboten. Bis in das Jahr 2007 blieb dieses Verbot bestehen. Noch im selben Jahr sowie in den darauffolgenden Jahren spielten Leerverkäufe bei der weltweiten Finanzkrise wiederum eine tragische Rolle.

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Fazit: Mit Aktien Leerverkäufen an fallenden Kursen partizipieren

Aktien verkaufen, obwohl sie einem gar nicht gehören? Dies klingt zunächst paradox, ist jedoch möglich – über den Aktien Leerverkauf. Anleger leihen sich zuvor die gewünschten Wertpapiere von einem Broker, einem Großaktionär, Fonds oder einem Kreditinstitut. Hierfür fällt eine Gebühr an, die vorher einkalkuliert werden sollte. Auch ein fixer Termin, zu dem die Papiere zurückgegeben werden müssen, wird im Vorfeld vereinbart. Anschließend kann der Leerverkäufer diese an der Börse zum aktuellen Kurs veräußern.

Den daraus resultierenden Gewinn behält er in der Hinterhand. Sollte der Kurs wirklich fallen, wartet er den möglichst niedrigen Kurs ab und kauft die Anlagewerte dann zu diesem günstigeren Preis wieder ein. Nach Ablauf der Frist erhält der Verleiher seine Papiere zu dem Preis zurück, zu dem er sie verliehen hatte. Der Leerverkäufer behält seinen Ertrag, denn er hatte die Wertpapiere zuvor teuer veräußert und günstiger zurückgekauft.

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