Margenausgleich (Margin Call): Definition & Erklärung - nextmarkets Glossar

Zuletzt aktualisiert: 20.05.2020
Sven Kleinhans
Autor:
Sven Kleinhans
Ratgeber
CFD & Trading
Erfahrung
> 13 Jahre

Der Margenausgleich ist ohne Frage ein Thema, mit dem sich Trader intensiv auseinandersetzen sollten. Immerhin kann er im ungünstigsten Fall dafür sorgen, dass es zu einem Verlust des Gesamtkapitals auf dem Tradingkonto kommt.

In diesem Ratgeber betrachten wir nachfolgend die Ursachen für einen Margenausgleich und die Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um ihn zu verhindern.

Was ist der Margenausgleich (Margin Call)?

Falls Sie derzeit das Trading lernen und später Terminkontrakte, CFDs oder ähnlich strukturierte Produkte handeln möchten, sollten Sie sich unbedingt mit dem Thema Margenausgleich beschäftigen. Mit diesem Ratgeber geben wir Ihnen alle benötigten Informationen an die Hand. Bevor wir jedoch in die Tiefe dieses Themas eintauchen, geben wir zunächst in einem Kurzüberblick alle wichtigen Informationen wider.

Was ist ein Margenausgleich? Dieser Begriff dürfte vielen vielleicht besser als „Margin Call“ bekannt sein. Auch die Bezeichnung Performance Bond Call wird für dieses spezielle Ereignis genutzt, ist jedoch weniger weit verbreitet. Kommt es zu einem Margenausgleich, so besteht eine Nachschusspflicht für den Anleger. Es handelt sich hierbei also ohne Frage um ein Ereignis, welches kaum ein Trader herbeisehnen dürfte.

Diese Pflicht entsteht durch die Eigenschaft zahlreicher Finanzprodukte, dass nur ein Bruchteil des eingesetzten Kapitals tatsächlich auf dem Konto des Brokers hinterlegt werden muss. Im Idealfall kann der Anleger von diesem Vorgehen profitieren, denn sein Gewinn kann um ein Vielfaches höher ausfallen. Fall sich der Trade jedoch gegen den Anleger entwickelt, kann das auf dem Margin Account hinterlegte Kapital schnell aufgebraucht sein.

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Wer übernimmt bei einem Margenausgleich Verantwortung?

Durch den Margin Call entsteht eine offene Forderung an den Trader. Der Aufforderung zur Deckung muss er unverzüglich nachkommen, falls seine Positionen weiter gehalten werden sollen. Kommt er dieser Aufforderung zum Margenausgleich hingegen nicht nach, ist der Broker berechtigt, offene Positionen zu schließen.

Er ist dabei nicht verpflichtet, im Interesse des Anlegers zu handeln. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird der Broker zunächst alle sich im Gewinnbereich befindlichen Positionen schließen, um die Deckung des Handelskontos zu erreichen. Dieser Vorgehensweise stimmen Kunden bei Eröffnung eines Handelskontos zu. Dies sollten Sie beachten, wenn Sie Aktien und andere Produkte beispielsweise in Form von Differenzkontrakten handeln.

Er kann also durchaus als gefürchtetes Ereignis beim Aktien online kaufen & handeln beschrieben werden: der Margenausgleich. Die Verantwortung, dass es soweit gar nicht erst kommen kann, liegt jedoch einzig beim Trader selbst. Der Broker kann später nicht in die Verantwortung genommen werden. Daher müssen Anleger stets darauf achten, nicht mit ihrem gesamten Kapital in Margengeschäfte investiert zu sein. Ein Teil des Kapitals sollte als finanzielle Reserve zurückbehalten werden, um im Falle eines Margin Calls für einen Ausgleich sorgen zu können.

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Gibt es einen Margenausgleich an der Börse?

Außerbörslicher Handel von CFDs bei einem Broker setzt stets die Zahlung einer Marge voraus. Dadurch entsteht ein Hebeleffekt, der beim Anleger sowohl für um ein Vielfaches höhere Gewinne als auch für zusätzliche Verluste sorgen kann. Das Risiko auf einen Margenausgleich nehmen gerade viele Profi-Trader jedoch billigend in Kauf, um gleichzeitig die Möglichkeit auf eine hohe Rendite zu erhalten.

Doch die Margin spielt auch beim Handel an der Börse (Wann öffnet die Börse?) eine Rolle und muss unter anderem von diesen Marktteilnehmern berücksichtigt werden:

  • Käufern von Optionsscheinen
  • Käufern von Futures
  • Verkäufern von Futures

Diese müssen die Margin in Form einer Sicherheitsleistung bei der Clearing Stelle der Deutschen Börse hinterlegen. Sowohl die Zahlung in bar als auch eine Wertgutschrift sind dabei möglich.

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Margin an der Börse gewährleistet Abwicklung

Mit dem Thema Margenausgleich an der Börse müssen sich Anleger in der Regel jedoch nicht beschäftigen. Eine Nachschusspflicht beim Handel mit Futures und Optionen kann nicht entstehen. Bei beiden Handelsformen handelt es sich um sogenannte Termingeschäfte, deren Ausführung an einem Zeitpunkt in der Zukunft stattfindet. Der Ersteinschuss, also die sogenannte Initial Margin, soll gewährleisten, dass das Geschäft in der Zukunft auch tatsächlich abgewickelt werden kann.

Wenngleich es bei dieser Handelsform nicht zu einem Margenausgleich kommen kann, bedeutet dies nicht gleichzeitig, dass auf die Anleger zu einem späteren Zeitpunkt keine weiteren Zahlungsaufforderungen zukommen können.

Es ist durchaus möglich, dass die Clearingstelle der Deutschen Börse weitere Margenzahlungen beim Anleger einfordert. Grund hierfür können beispielsweise ungünstige Kursentwicklungen sein. Gleichzeitig haben Sie jedoch auch jederzeit die Möglichkeit, den Optionsschein oder Futureskontrakt zum aktuellen Marktpreis weiterzuverkaufen.

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Bei nextmarkets können Sie in Form von CFDs in verschiedene Assetklassen investieren. Zu den handelbaren gehören Aktienindizes, Aktien, Kryptowährungen, Devisenpaare, Rohstoffe und Anleihen. Der CFD Handel ist mit einigen Vorteilen verbunden. Sie können long und short gehen und damit auch von fallenden Kursen profitieren.

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  • über Short-Positionen auch von fallenden Kursen profitieren
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Es existiert kein Margenausgleich bei Aktien

Wie funktionieren Aktien? Wenn Sie sich bereits mit diesem Bereich des Trading beschäftigt haben, werden Sie wissen, dass der Aktienhandel stets den direkten Kauf des Wertpapiers voraussetzt. Dieses befindet sich im Anschluss an den Kauf in Ihrem Aktienportfolio und kann dort entweder langfristig gehalten oder nach eine Kursanstieg mit Gewinn verkauft werden.

Gleichzeitig mit Aktien erwerben Anleger auch diverse Rechte und Pflichten gegenüber dem ausgebenden Unternehmen. Unter anderem besitzen Sie nun ein Stimmrecht an der Jahreshauptversammlung und haben Anspruch auf Zahlung einer Rendite. Der Margenausgleich gehört jedoch nicht zu den Pflichten, die mit dem Erwerb von Aktien einhergehen.

Was sind Aktien? Für diese Wertpapiere zahlen Sie beim direkten Handel stets den vollen Preis der Aktie und müssen keine Marge bei einem Händler hinterlegen. Margenausgleich bei Aktien ist demnach kein Thema, mit dem Sie sich auseinandersetzen müssen. Bei einem Kursverlust sinkt der Wert Ihrer Aktie zwar, dieser kann durch eine Zahlung an die Börse jedoch nicht ausgeglichen werden.

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Beim Handel mit CFD kann ein Margin Call eintreten

Wenn Sie den Handel mit Aktien lernen, müssen Sie sich folglich nicht mit dem Thema Margenausgleich beschäftigen. Diese Aussage kann für den Handel mit Differenzkontrakten (kurz: CFDs) jedoch nicht aufrechterhalten werden. Bei dieser Handelsform gehören Nachschusspflicht und Margin Call ohne Frage zu den größten Risiken. Die Margin nimmt auch hier zunächst die Rolle einer Sicherheitsleistung ein.

Diese muss durch den Anleger zunächst bereitgestellt werden, um den zugrunde liegenden Basiswert handeln zu können. Der Handel mit CFDs ist beispielsweise auf folgende Anlageklassen möglich:

Wenngleich zuvor die Aussage getroffen wurde, dass es beim direkten Aktienhandel nicht zu einem Margenausgleich kommen kann, trifft dies auf den CFD Handel mit Aktien nicht zu.

Margin ist im CFD Handel eine Sicherheitsleistung

Da beim Handel mit Differenzkontrakten die Gefahr eines CFD Margin Call besteht, möchten wir diesem Thema nachfolgend weitere Aufmerksamkeit widmen. Denn der CFD Handel erfreut sich seit einiger Zeit auch unter deutschen Anlegern wachsender Beliebtheit. Durch den Einsatz von Hebeln haben Sie hierbei die Chance auf überproportional hohe Gewinne.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, neben Long Positionen auch Short Positionen einzunehmen. Dadurch können Anleger auch an fallenden Kursen partizipieren. Der Handlungsspielraum zum Einsatz neuer Trading Strategien steigt dadurch erheblich. Gleichzeitig ist der Margenausgleich ein Thema, das bei jeder Erklärung zum CFD Handel nicht unerwähnt bleiben darf.

Mit einem Margenausgleich müssen Trader immer rechnen, wenn Positionen nicht ihren Erwartungen entsprechend verlaufen. Im Falle einer Long-Position würde dies bei fallenden Kursen eintreten, im umgekehrten Fall hätten steigende Kurse negative Folgen für Short-Positionen.

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Das passiert, wenn Sie einen Margenausgleich erhalten

Wie eingangs bereits beschrieben, handelt es sich bei einem Margenausgleich um ein Ereignis, das den meisten Tradern vermutlich lieber erspart bleiben würde. Was genau passiert, wenn Sie die Forderung zum Marginausgleich erhalten, beschreiben wir nun im Detail.

Zu beachten ist dabei, dass die Vorgehensweise von Broker zu Broker abweichen kann. Der nachfolgend beschriebene Weg zeigt dennoch beispielhaft auf, wie ein Margin Call beim CFD Handel in der Praxis ablaufen kann. Zunächst erfolgt die Benachrichtigung an den Trader, dass ein Großteil seines Gesamtkapitals bereits als Margin eingesetzt ist.

Diese Benachrichtigung erfolgt jedoch nicht erst, wenn es bereits zu automatischen Positionsschließungen kommt, sondern bereits bei einer Margin von beispielsweise 80% oder 90% des Gesamtkapitals. Dadurch besteht für den Trader ausreichend Zeit, für einen Margenausgleich zu sorgen.

Wann kommt es zu einem Margin Call?

Auf welche Art und Weise der Trader die Benachrichtigung zur Zahlung des Margenausgleich erhält, hängt ebenfalls vom Broker und den dort getroffenen Einstellungen ab. So kann eine Benachrichtigung beispielsweise nur über das Depot (Wie funktioniert ein Depot?) gesendet werden.

Allerdings muss der Depotbesitzer in dieses eingeloggt sein, um die Benachrichtigung zu sehen und darauf reagieren zu können. Von Tradern, die mit dem CFD Handel ihren Lebensunterhalt bestreiten, kann die möglicherweise erwartet werden, nicht jedoch von Privatanlegern, die dem Handel neben ihrem eigentlichen Beruf nachgehen.

Daher besteht in der Regel zusätzlich die Möglichkeit, sich per SMS oder E-Mail über einen anstehenden Margenausgleich informieren zu lassen. So gelangt diese Information umgehend auf das Smartphone des Traders, von dem er weiteres Kapital möglicherweise sogar direkt auf das Handelskonto übertragen kann.

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Kein Margenausgleich führt zu Positionsschließungen

Anleger sollten sich die Vorteile, die ihnen die Technik mittlerweile bietet, unbedingt zu Nutze machen. Tragen Sie daher – wenn möglich – in Ihr Trader-Profil beim Broker möglichst viele Kontaktdaten ein. So ist gewährleistet, dass die Information über einen anstehenden Margenausgleich auf dem schnellsten Weg zu Ihnen gelangt.

Im Idealfall können Sie dadurch bereits nach der ersten Benachrichtigung reagieren und es kommt zu keinerlei Schließungen von Positionen. Als vorteilhaft kann sich dabei erweisen, die mobilen Tradingplattformen des Brokers zu nutzen. Über diese können Sie das Angebot beispielsweise nicht nur nach meistgesuchte Aktien filtern, sondern auch unterwegs auf Ihr Tradingkonto zugreifen.

Falls Sie hingegen nicht auf den geforderten Margenausgleich reagieren und 100% des Gesamtkapitals als Marge eingesetzt wurde, kommt es seitens des Brokers zu automatischen Schließungen von Positionen. In der Regel werden zunächst gegenläufige CFD Positionen geschlossen. Falls damit die geforderte Summe noch nicht erreicht wurde, werden alle anderen CFD Positionen zwangsglattgestellt.

Schon gewusst?

Über die nextmarkets Handelsplattform werden Ihnen zahlreiche Tools und Indikatoren zur Seite gestellt. Nutzen Sie diese effektiv, um Ihre Gewinne zu erhöhen und Verluste zu begrenzen. Im Bereich der Indikatoren stehen Ihnen beispielsweise Bollinger Bänder, Pivot Linien oder die Stochastik zur Verfügung.

  • nextmarkets stellt Indikatoren und weitere Tools zur Verfügung
  • Alle Funktionen können auch über die mobile App genutzt werden
  • Zusätzlich bieten die Börsencoaches Hilfestellung und Analysen
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So mindern Sie das Risiko auf einen Margenausgleich

Bei der zwangsweißen Schließung offener Position gehen Broker nicht willkürlich vor. Um einen Margenausgleich zu erreichen, werden die Positionen in absteigender Reihenfolge der Höhe ihrer Margin-Anforderungen geschlossen. Weiterhin wird berücksichtigt, ob der Referenzmarkt geöffnet ist und ausreichend Liquidität im Orderbuch vorhanden ist. Sobald das Gesamtkapital das Mindestkapital übersteigt, werden keine weiteren Positionen mehr geschlossen.

Anleger sollten bereits bei der Positionseröffnung darauf achten, dass sie das Risiko auf einen Margenausgleich möglichst minimieren. Ob sie dabei CFDs auf billige Aktien unter 1€ oder andere Produkte handeln, spielt dabei keine Rolle. Eine Absicherung kann beispielsweise über diese Orderarten erreicht werden:

  • Stop Loss Order
  • Take Profit Order

Beide Order können unter anderem im Rahmen einer Stop Loss und Take Profit Strategie eingesetzt werden. Gerade Stop Loss kann sich als besonders nützlich erweisen, da Verluste effektiv begrenzt werden. Achten Sie jedoch darauf, den Stop Loss nicht zu eng zu setzen, da es sonst bereits bei kleinen Kursverlusten zu einer automatischen Schließung kommt.

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Besonderheiten der Margin auf Demokonto kennenlernen

Der Margenausgleich ist ohne Frage ein komplexes Thema, dem gerade Anfänger am Start ihrer Trading-Karriere besondere Aufmerksamkeit schenken sollten. Zwar setzt nicht jede Handelsform die Einzahlung einer Margin voraus, dennoch kann ein falscher Umgang hiermit für hohe Verluste sorgen.

Mittlerweile bieten zahlreiche Broker jedoch einen Ort an, an dem sich Trader mit allen Mechanismen des Tradings vertraut machen können, ohne dabei ihr eigenes Kapital zu riskieren. Die Rede ist vom Demokonto, auch Musterdepot genannt. Auf diesen wird Anlegern ein virtuelles Kapital zur Verfügung gestellt, dass sie zum Trading mit CFDs und anderen Produkten einsetzen können.

Das passende Demokonto finden Sie über einen Musterdepot Vergleich. Die Angebote einzelner Broker können sich in vielen Punkten unterscheiden, so dass ein vorheriger Vergleich alternativlos ist. Nur so finden sie das passende Konto, auf dem Sie Handelsformen, Orderarten und den Margenausgleich kennenlernen können.

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Fazit: Schenken Sie dem Margenausgleich Beachtung

In diesem Ratgeber haben wir ausführlich dargelegt, warum Sie das Thema Margenausgleich ernst nehmen sollten. Bedenken Sie, dass Sie beim Handel mit Differenzkontrakten nicht nur mit der Margin, sondern stets mit dem Gesamtkapital auf dem CFD Konto im Risiko stehen. Selbst ein gesetzter Stop Loss kann im Falle einer Kurslücke (Gap) nicht verhindern, dass ein Margenausgleich notwendig wird.

Halten Sie daher ausreichend Kapital auf dem Handelskonto bereit, um auch im Falle einer Kurslücke offene Forderungen decken zu können. So können Sie vermeiden, dass der Broker andere Positionen zwangsglattstellt. Außerdem empfehlen wir den Handel bei einem EU-regulierten Broker, da sich bei diesen der maximale Verlust auf das Guthaben auf dem Handelskonto begrenzt und keine Nachschusspflicht besteht.

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