Konjunkturindikatoren

Zuletzt aktualisiert: 23.01.2020
Paul Pleus
Autor:
Paul Pleus
Ratgeber
CFD & Trading
Erfahrung
> 25 Jahre

Wer sich mit der Wirtschaft, dem Handel mit Wertpapieren und der Prognose von Märkten beschäftigt, kommt um die verschiedenen Indikatoren nicht herum. Während einige Indikatoren aus der Chartanalyse stammen, gibt es auch Wirtschaftsindikatoren, die auf rein fundamentalen Daten beruhen.

Um Letztere handelt es sich bei den Konjunkturindikatoren. Sie sind Indizien für den Zustand der Wirtschaft. Welche es gibt und was sie bedeuten, erfahren Sie jetzt und hier!

Konjunkturindikatoren Definition

Die Konjunkturindikatoren sind sogenannte Messgrößen, die bei der Bestimmung und Bewertung der wirtschaftlichen und konjunkturellen Lage einer oder mehrerer Volkswirtschaften genutzt werden. Was ein Indikator genau bedeutet, was alles in den Indikator einberechnet werden muss und inwiefern ein Indikator zur Diagnose von Märkten taugt, ist umstritten und immer individuell zu bestimmen. Es gibt jedoch einige Indikatoren, die sich etablieren konnten und die kaum noch umstritten sind. Andere Konjunkturindikatoren sind jedenfalls beachtenswert und sollten von Tradern nicht vernachlässigt werden.

Im Folgenden werden wir Ihnen die wichtigsten Indikatoren und deren Funktionen näherbringen und aufzeigen, inwiefern diese sich auf Aktien, den Forexhandel oder bestimmte Strategien auswirken können. Grundsätzlich unterscheidet man diese Indikatoren nach dem Zeitpunkt ihrer Aussagekraft. So gibt es Frühindikatoren, Präsenzindikatoren und Spätindikatoren. Doch darauf und auf vieles mehr werden wir im Folgenden genauer eingehen.

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Gibt es eine Konjunkturindikatoren Tabelle?

Unabhängig davon, ob Sie bereits ein professioneller Trader sind oder aktuell das Geschäft mit dem Daytrading lernen – an bestimmten Indikatoren und Prüfungen kommen Sie nicht vorbei. Damit Sie nichts übersehen, wäre eine Art Tabelle von Vorteil, in der alle wichtigen Konjunkturindikatoren aufgelistet wären. Grundsätzlich gibt es fünf Arten von Indikatoren, die Sie kennen sollten.

Das sind zum einen die drei bereits genannten Indikatoren, die sich vor allem im Zeitpunkt ihrer Aussagekraft unterscheiden: Früh- und Spätindikatoren sowie Präsenzindikatoren. Zum anderen gibt es die Mengenindikatoren wie die Kapazitätsauslastung sowie Preisindikatoren, darunter die Höhe der durchschnittlichen Auftragseingänge.

Es gibt also nicht nur den einen Indikator oder die eine Gruppe von Indikatoren, sondern verschiedene Arten und Aussagen. Diese können im Übrigen auch widersprüchlich sein, weshalb Konjunkturindikatoren immer der individuellen Bewertung bedürfen.

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Alle fünf Arten in der Konjunkturindikatoren Übersicht

Worin aber unterscheiden sich die drei erstgenannten Indikatoren im Detail? Dieser Frage werden wir zunächst auf den Grund gehen, denn der Zeitpunkt ist für Anleger von großer Bedeutung. Ein Frühindikator eignet sich für Konjunkturprognosen und um Änderungen der Wirtschaftslage anzuzeigen. Beispiele hierfür sind der Geschäftsklimaindex, die Menge der Auftragseingänge oder die Zahl der Bauanträge in einem Zeitraum.

Spätindikatoren hingegen reagieren in der Regel später auf Veränderungen und sind somit eine Art Bestätigung bzw. Folge eines nachhaltigen Wandels. Dazu gehören unter anderem Arbeitslosenquoten, Preise und das Bruttoinlandsprodukt. Präsenzindikatoren hingegen beschreiben die wirtschaftliche Situation just in dem Moment, in dem sie erhoben und abgelesen werden.

Ein Beispiel hierfür wäre die aktuelle Industrieproduktion; Tagesumsätze und Lagerbestände gehören ebenfalls zu diesen Indikatoren. Es kommt also darauf an, was ein Indikator aussagen kann, welche Schlüsse daraus gezogen werden könnten und im Ergebnis auch, wann dieser Indikator bestätigt wird.

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Die wichtigsten Konjunkturindikatoren Beispiele für Mengen- und Preisindikatoren

Wie bereits erläutert, darf man nicht nur auf den Zeitpunkt achten, sondern man muss auch andere Indikatoren im Blick behalten. Ändern sich die Mengenverhältnisse in einer Volkswirtschaft, hat das oft einen Einfluss auf die anderen Indikatoren. Wenn sich Preise ändern, hat das bestimmte Ursachen. Häufig ist ein Grund das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, doch es gibt auch Eingriffe in den Markt und diese lassen sich oft anhand der Preisentwicklung erkennen.

Typische Mengenindikatoren sind die Kapazitätsauslastung und die Auftragseingänge. An beidem kann man ablesen, wie aktiv die Wirtschaft gerade ist und wie sich die Kapazitäten in Zukunft darstellen werden. Diese Indikatoren sind also nah an den Frühindikatoren angelegt und haben großen Einfluss auf Prognosen. Preisindikatoren beziehen sich ebenfalls auf diese Größen, aber mit Blick auf Preise und Kosten. Fallen Preise trotz steigender Nachfrage, deutet dieser Indikator auf einen Eingriff hin.

Fakten-Check

Für wirtschaftliche Prognosen sind Indikatoren unverzichtbar. Konjunkturelle Indikatoren sind fundamentale Daten zur Bestimmung der Lage einer Wirtschaft. Folgende Indikatoren müssen Sie kennen:

  • Früh- und Spätindikatoren ermöglichen wirtschaftliche Prognosen bzw. sorgen für eine nachhaltige Bestätigung eines Indikators.
  • Mengen- und Preisindikatoren lassen Schlüsse über den Zustand einer Wirtschaft zu und ermöglichen gleichzeitig auch einen Einblick in den Markt.
  • Präsenzindikatoren sind vor allem geeignet, um den Status quo festzustellen und daraus Schlüsse für die aktuelle Bewertung der Lage zu ziehen.
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Welche Konjunkturindikatoren gibt es für Deutschland

Bei nextmarkets als bester Daytrading Broker können Sie zwar an vielen verschiedenen Märkten aktiv sein. Gerade für deutschsprachige Anleger, Trader und Händler ist der deutsche Handelsraum jedoch besonders wichtig und so macht es Sinn, sich mit den Konjunkturdaten und Konjunkturindikatoren in Deutschland zu befassen. Insbesondere der DAX 30 reagiert sensibel auf Nachrichten bezüglich der deutschen Konjunktur. Häufig lohnt sich der Einsatz einer Trading App, wenn es neue Nachrichten gibt und Sie schnell reagieren möchten.

Allerdings lässt sich im Zuge der Globalisierung und Digitalisierung feststellen, dass Konjunkturdaten aus einzelnen Ländern selbst für die betroffenen Länder nur noch zweitrangig sind. Die Konjunkturdaten der größten Wirtschaften, insbesondere von China aufgrund des großen Exportvolumens, sind die wichtigeren Daten geworden. Das bedeutet für Sie als Trader und Anleger, dass vor allem die großen Volkswirtschaften und deren Staatenverbunde wie die EU von große Bedeutung sind, auch wenn Sie überwiegend im deutschen Raum aktiv sind.

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Was sind Konjunkturindikatoren für Trader?

Wenn Sie sich als Trader in einer frühen Phase befinden, also zum Beispiel Forex lernen, den Handel mit Aktien lernen oder ihre ersten CFD Strategien erstellen, dann kommt sicher irgendwann die Frage auf, welche Indikatoren wichtig für Sie und ihre Geldanlage sind und welche eher zu vernachlässigen sind. Für diese Einschätzung bedarf es zunächst einer Analyse Ihres eigenen Handels.

Sind Sie zum Beispiel in sehr kurzen Zeiteinheiten und eher aufgrund Chart-technischer Analysen tätig? Dann sind Konjunkturdaten für Sie eher unwichtig, da sie nicht so häufig verfügbar sind bzw. erneuert werden könnten, dass Sie kurzfristig danach handeln könnten.

In diesem Fall ist eher das Gegenteil der Fall und ihr Handel sollte bei Verkündung solcher Daten entweder ausgesetzt werden oder aber zumindest unter besonderer Vorsicht erfolgen, denn fundamentale Daten können die Gesetze der Chartanalyse kurzfristig völlig außer Kraft setzen. Traden Sie hingegen langfristiger oder sehen sich sogar als Investor, ist die konjunkturelle Bewertung deutlich wichtiger für Ihre Anlageentscheidungen.

Typische Konjunkturindikatoren für Investitionen

Wenn Sie also einen größeren Zeithorizont haben, Ihre Investments langfristiger orientiert sind oder Sie aufgrund von fundamentalen Daten Positionstrading betreiben, sind Konjunkturindikatoren für Sie von höchster Bedeutung. Denn selbst wenn Sie zum Beispiel eine verhältnismäßig starke Aktie mit einer aktuellen Unterbewertung ausgemacht haben, wird es schwer sein, mit dieser Aktie Gewinne zu erwirtschaften, wenn die Konjunktur ansonsten einbricht und die Märkte in eine Rezession geraten.

Die Wichtigkeit der Indikatoren hängt natürlich eng mit Ihrem Investment zusammen. Haben Sie sich etwa für ein Immobilieninvestment entschieden bzw. interessieren sich dafür, dann sind Ihnen die Preise für Schweinehälften weitestgehend egal. Sinken hingegen die Bauanträge und Baugenehmigungen deutlich in ihrer Zahl, könnte das ein Problem bedeuten.

Gleiches gilt, wenn die Importe plötzlich einbrechen oder die Auftragslage sich verschlechtert. Beides spricht für ein Abflauen der Wirtschaft, und das hat langfristig schlechten Einfluss auf das BIP und auf Immobilien bzw. Mietpreise.

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Konjunkturindikatoren einfach erklärt

Doch Konjunkturdaten eignen sich nicht nur für die Anlage in Aktien, Anleihen oder Rohstoffe mit Hilfe von CFD, sondern Sie können auch Devisen anhand von Konjunkturdaten handeln. Wer dies testen möchte, kann ein Forex Demokonto nutzen und die Einflüsse der Konjunkturdaten auf Währungspaare kennenlernen.

Wenn sich eine Volkswirtschaft als sehr robust und für die Zukunft gut aufgestellt erweist, stärkt das oft die heimische Währung. Das ist zwar nicht immer der Fall und gerade bei Staatenverbunden wie der Europäischen Union mit dem Euro ist eine solche Prognose noch schwieriger, grundsätzlich lässt sich dieses Phänomen aber feststellen. Auch die Zahl der Exporte ist häufig ein entscheidender Faktor bei der Bewertung einer Währung.

Insbesondere Exportnationen wie Deutschland, aber vor allem China, weisen extreme Abhängigkeiten ihrer Währungen zu Exportzahlen auf. Ein Währungshändler sollte also unbedingt die Kennzahlen im Auge behalten, die die Währungen in seinen am meisten gehandelten Währungspaaren beeinflussen.

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So nutzen Sie die Konjunkturindikatoren in verschiedenen Konjunkturphasen

Die konjunkturellen Phasen einer oder mehrerer Volkswirtschaften sind sehr unterschiedlich und verlangen verschiedene Handhabungen. Gerade bei sich ankündigenden Veränderungen können Sie als Trader die Weichen für eine Strategieänderung oder Anpassung stellen.

Ist zum Beispiel die aktuelle Konjunktur gut, trübt sich aber am Horizont ein, hat das in der Regel zur Folge, dass Märkte erst einmal korrigieren. Das liegt daran, dass die Börsen nicht nur die aktuelle Bewertung heranziehen, sondern gerade auch die Zukunft mit einpreisen. Long-Strategien bei sich verschlechternder Konjunktur sind also durchaus gefährlich.

Gleiches gilt natürlich andersherum, wenn die konjunkturellen Aussichten besser werden. Dann sind Short-Strategien möglicherweise nicht mehr passend und die Märkte könnten zu einer Erholung ansetzen. Auch wenn Stagnation grundsätzlich negativ betrachtet wird, können stabile Gewinne und Umsätze ebenfalls eine Strategie einleiten. Zum Beispiel sind Dividenden-Strategien auf genau solche stabilen Geldflüsse angewiesen. Hierfür lohnt sich wiederum ein Blick in die Auftragsbücher.

Aktuelle Konjunkturindikatoren im Blick behalten ist wichtig!

Wenn Sie Aktien online kaufen & handeln möchten, sind nicht nur die geographischen Konjunkturdaten wichtig, also die des Herkunftslandes oder der Produktion, sondern auch die der gesamten Branche. Wer zum Beispiel in die Automobilindustrie investiert, braucht nicht nur die Verkaufszahlen am Standort der Produktion oder in einem bestimmten Markt, sondern der ganzen Branche und weltweit. Vor allem die Entwicklungsländer, die sogenannten Emerging Markets, sind dabei von besonderer Bedeutung für die Prognose der mittelfristigen Zukunft, da hier am meisten Entwicklungspotenzial gesehen wird.

Auch für die Zusammenstellung eines Depots sind die Indikatoren wichtig, denn ein optimales Portfolio ist dahingehend ausbalanciert, dass nicht alle Werte gleichmäßig von denselben Indikatoren abhängig ist. So können in verschiedenen Phasen Renditen erzielt werden, und die Veränderung eines einzelnen Indikator beeinflusst nicht das gesamte Depot. Unter anderem aufgrund dieser fehlenden Korrelation ist für einige Anleger Krypto Trading durchaus interessant.

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Welche Konjunkturindikatoren Arten sind weniger nützlich?

Insbesondere bei der Aktienanlage werden Konjunkturdaten viel benutzt. Befinden Sie sich noch in einer Lernphase bezüglich des Themas Aktien, dann sollten Sie sich unbedingt mit den Fragen „Was sind Aktien?“ und „Wie funktionieren Aktien?“ auseinandersetzen, bevor Sie in die Analyse der Konjunkturindikatoren einsteigen. Denn für Aktien gibt es auch weniger wichtige Konjunkturindikatoren, und Sie dürfen sich zu Beginn nicht mit zu vielen Informationen überladen.

Ein Beispiel für weniger wichtige Daten für viele Aktien ist der Arbeitslosenzahlenbericht. Zwar spiegelt die Arbeitslosenzahl auch den Zustand der Wirtschaft wider, doch geringfügige Änderungen haben kaum einen Einfluss und sind oft auch saisonal bedingt. Zudem reagieren Aktien von Unternehmen, die einen Stellenabbau planen, häufig positiv, weil das Einsparungen bedeutet.

Wie immer gilt auch hier, Ausnahmen bestätigen die Regel und ein massiver Anstieg der Arbeitslosenzahlen würde sicherlich darauf hindeuten, dass die Wirtschaft erlahmt und ein Einbruch der Märkte könnte die Folge sein. Für den Anfang ist dieses Wissen aber auch ausreichend.

Der Nutzen von Konjunkturindikatoren hat auch Grenzen

Für Trader kommt es also sehr darauf an, welche Strategien und Handelsansätze sie verfolgen, um bewerten zu können, wie sinnvoll die Konjunkturindikatoren einsetzbar sind. Vor allem für Daytrader und kurzfristig orientierte Händler ist der Nutzen wirklich begrenzt – sie sollten in erster Linie darauf achten, den Verkündungen dieser Zahlen aus dem Weg zu gehen, da sich unvorhergesehene Kursschwankungen ergeben können.

Auch bezüglich einzelner Werte darf man die Indikatoren zumindest nicht überbewerten. Insbesondere die sehr starken Werte trotzen häufig Veränderungen in der Konjunktur. Branchenführer schaffen es sogar in solchen Phasen noch, ihre Marktanteile auszubauen, indem sie schwächere Konkurrenten günstig aufkaufen.

Dennoch haben die Konjunkturdaten großen Einfluss auf die Wirtschaft und die Märkte, weshalb Sie diese unbedingt beachten sollten. Hierbei helfen Erfahrungen und die können Sie beispielsweise mit dem kostenlosen Demokonto von nextmarkets sammeln.

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Fazit: Sie müssen Konjunkturindikatoren beachten!

Die genannten Konjunkturdaten haben großen Einfluss auf die Wirtschaft, auf Märkte von Ländern und ganze Branchen. Als Trader, vor allem aber als Investor, müssen Sie diese Daten daher im Blick haben und stets die Indikatoren beachten und bewerten.

Wie so häufig gilt, dass ein Indikator alleine keine bzw. zu wenig Aussagekraft hat, viele Indikatoren zusammen jedoch ein klares Bild ergeben. Bewerten Sie daher die Lage der Wirtschaft und die Zukunft von Wertpapieren nicht nur anhand einiger weniger Indikatoren, sondern kombinieren Sie diese fundamentalen Werte mit Erkenntnissen aus der Chartanalyse.

Informieren Sie sich genau und bleiben Sie wachsam, dann werden die Konjunkturindikatoren langfristig einen positiven Einfluss auf Ihre Rendite haben. Testen Sie Ihre CFD-Strategien bei nextmarkets ohne Risiko im Testaccount!

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